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Tagung
“Nachtpott, Friedenskreis, ALØSA-Punks”
am 28. und 29.11.2014
Alte Feuerwache,
Berlin Friedrichshain

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Nachtpott, Friedenskreis, ALØSA-Punks
Offene Jugendarbeit, Friedensarbeit und Diakonie am Beispiel der Ost-Berliner Erlöser-Kirchengemeinde

In der DDR war die Erlöser-Kirche Jahrzehnte lang ein Ort, an dem sich unangepasste Jugendliche treffen konnten. Platzgruppen, Hippies, Blueser oder Punks fanden einen geschützten Raum, den ihnen das DDR-Regime vorenthielt, wo sie ihre Kultur leben konnten, für die im SED-Staat kein Platz war. Gerade auch in den Räumen der Lichtenberger Erlöserkirche wurden die ersten frisch ausgebildeten DDR-Streetworker mit neuen Konzepten aktiv.
Diese kirchliche Jugendarbeit, wie auch die an anderen Orten in der DDR wird Schwerpunkt einer Tagung sein, in der das Spektrum unterschiedlicher Formen der staatsfernen Jugendarbeit in der evangelischen Kirche der DDR aufgezeigt werden soll. Wie gelang es, eine in der Retrospektive fast ausnahmslos positiv beurteilte kontinuierliche Arbeit unter den Bedingungen der Diktatur ausprägen? Welche Konzepte lagen dafür zugrunde? Veranstaltungen, wie die Blues-Messen oder die Frühlingsfeste der Punks, die bei staatlichen Stellen für enormes Aufsehen sorgten und mitunter harsche Reaktionen bei den Sicherheitskräften hervorriefen, erschienen wie farbige Blüten von Netzwerken, die eher unter der Oberfläche geknüpft waren und an denen viele Menschen teil hatten. Gerade auch diese Netzwerk müssen als Gestaltungskonzepte benannt, beschrieben und gewürdigt werden.

Hierfür wird am 28. November 2014 eine Tagung stattfinden. Sie soll Interessenten und Studierende der Sozialarbeit dazu ermutigen, kirchliche Jugendarbeit in der DDR nicht ausschließlich in die „Schubladen“ Kirche und DDR-Opposition abzutun, sondern auch als einen Fundus angewandter Jugendarbeit mit eigenen Konzepten, Verhaltensweisen und Erfahrungen anzusehen, von dem auch sie in ihrer zukünftigen Berufstätigkeit profitieren können. Die Tagung hat eine wissenschaftlichen Zugang, gibt aber auch Zeitzugen die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Unser Wunsch ist es, Menschen, die einen reichen Erfahrungsschatz in der Jugendarbeit haben, mit jungen Interessierten zusammenbringen. Dadurch erhoffen wir neue Einsichten und wichtige Impulse für die Erforschung, Aufarbeitung und Dokumentation staatsferner Jugendarbeit mit gesellschaftlichen Randgruppen.